Der Sommergarten

Auf meinen ziellosen Streifzügen durch die Bilderwelt verliere ich mich und treffe zufällig blätternd Fotografen-Freunde. Sie sitzen urplötzlich am Tisch, wo sie nicht lange sein können. Der Schwede Lars Tunbjörk äussert sich spontan zu seinem kreativen Schaffen und meint „ich versuche, wie ein Alien zu fotografieren“ – die junge Esther Teichmann fügt an, „die Dinge entwickeln sich für gewöhnlich nicht, wie ich mir das vorstelle, aber so entstehen die besten Arbeiten.“ Ich stimme lautlos bei und erwähne beim Spiel mit dem Zufall die Oujia-Board-Methode, die Ron Jude als einzige mögliche Art für den Prozess des Entdeckens und Überraschens bei der Bilderstellung sieht.
Die erleuchtenden Gedankengespräche überlagern den subtilen Surrealismus im Weinbergdorf. Die Motive scheinen nicht zusammen zu passen.
Die Lektüre vom Sommerabend ist am Morgen trunken erwacht – sorglos vergessen, nicht alleine.

© Philipp Senn