Voilà, Le Corbusier

1960. Er schaut über seine runde schwarze Bonnet Hornbrille auf die Entwürfe für die Écluse. Ein kleines Bauwerk für den weltgewandten und wohl einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts.
Sein relativ unbekanntes Spätwerk befindet sich unweit der Schweizergrenze – zwei Hochbauten für die Schleusenanlage bei Kembs-Niffer im Elsass.
Le Corbusier zeichnet als Baumeister dieser kleinen Werkanlage und im Frühjahr 1961 wird die Schleuse eingeweiht.
Neben seiner Bautätigkeit ist er ein enorm produktiver Künstler, Autor und Möbeldesigner (ich erliege immer wieder seiner Chaiselongue LC4).
Der verglaste Aussichtsturm (mit zwei versetzten Würfeln) und der Zoll-Gebäudeteil (mit Dach Hyparschale) am Rhein-Rhône Seitenkanal stehen seit 1995 angeschlagen einsam da. Verbraucht.
Die kleine Schleuse wird von einer nahe gelegenen modernen Anlage fernbedient. Das alte Gelände ist von einem zwei Meter hohen Zaunpaket denkmalgeschützt umgarnt.
Vielleicht weist einmal ein Schild auf das Kleinod hin «Voilà, Le Corbusiers!».

© Philipp Senn

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