Du siehst mich nicht

Ich bin eine Maine Coon. Du kannst mich nicht sehen, so tief im Gebüsch. Musst viele Augen haben, vielleicht dann – vielleicht dann, irgendwann, wenn ich mich räkle erspähst Du mich. Mit der Zeit.
Dein Pech – ich bin schwarz wie die Nacht. Musst viele Ohren haben, um mein Schnurren zu hören. Doch meinen Namen, den verrate ich Dir nicht. Er hat keine Bedeutung für Dich.
Du musst viele Nasen haben, um mich zu erschnuppern – wenn Du Glück hast riechst Du den Blütenzauber, vielleicht den moorigen Boden. Bücke Dich nur hin. Ich fühle mich wohl, so im Hortensien- und Oleandergarten. Er spendet mir Vertrauen und viel Sommerfrische.
Nur nachts, da bin ich weg. Du kannst mich nicht erblicken. Und dann ist es zu dunkel für Dich den Garten zu sehen.
Doch ich schenke Dir die flüchtigen bezaubernden Blüten, damit Du weisst, wo ich nicht war.

© Philipp Senn.

© Philipp Senn.

© Philipp Senn.

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